Die klassische Homöopathie

Die Homöopathie ist ein bioinformatives Therapieverfahren, welches die Selbstheilungskräfte des Körpers unterstützt und gezielt lenkt, um eine bestehende Funktionsstörung oder Krankheit nicht nur symptomatisch, sondern von der Wurzel her zu behandeln und (wenn möglich) zu heilen.

Sie ist als Therapie sowohl für akute als auch für chronische Erkrankungen geeignet. Ihre besondere Bedeutung liegt jedoch im Bereich der chronischen Erkrankungen, da diese schulmedizinisch ausschließlich symptomatisch behandelt werden können und ohne eine komplementärmedizinische Therapie in der Regel bis zum Lebensende andauern würden. Bei der Behandlung chronischer Erkrankungen ist die sogenannnte „Klassische Homöopathie" (Gabe eines gezielten Einzelmittels nach ausführlicher Krankengeschichtenerhebung = Anamnese) die sinnvollste Option.

Bei akuten Krankheiten kann auch die Gabe von Komplexmitteln (hier werden mehrere „potenzierte Arzneimittel" gleichzeitig verordnet) sinnvoll sein. Diese Behandlungsform ist unter dem Namen „Klinische Homöopathie" bekannt geworden.

Darüber hinaus existiert die Therapie mit „Schüssler Salzen". Dabei handelt es sich um ebenfalls potenzierte Arzneimittel ausschließlich aus dem mineralischen Bereich, die insbesondere die Stoffwechselvorgänge des Körpers regulieren sollen und in seltenen Fällen auch zusätzlich bzw. parallel zur klassischen Homöopathie angewendet werden können.

Das Prinzip dieser drei unterschiedlichen Behandlungswege ist jedoch dasselbe: In jedem Fall sucht der Therapeut dasjenige Heilmittel aus, das bei einem Gesunden ähnliche Symptome erzeugen kann, wie sie im Krankheitsfall vorliegen (homoios - griechisch = ähnlich; pathos - griechisch = leiden).

Das Prinzip der Homöopathie

- Anstoß zur Selbstheilung -

Bei der Anmeldung zu einer homöopathischen Erstanamnese erhalten Sie von den Arzthelferinnen einen Fragebogen, den Sie bitte bis zu dem Anamnesetermin ausfüllen. Dieser dient dazu, bisher noch nicht mit der homöopathischen Frageweise vertraute Patienten und Gäste an die Besonderheiten der homöopathischen Krankengeschichtenerhebung zu gewöhnen. Bei dem Ausfüllen achten Sie bitte besonders darauf, ein Symptom möglichst vollständig zu beschreiben, das heißt die Zeit des Auftretens, die Dauer, plötzliches oder langsames Beginnen oder Abklingen (z.B. von Schmerzen), sowie die Art und Weise der Beschwerden genau zu benennen.

Eine vollständige Symptombeschreibung würde dann z.B. wie folgt aussehen: Ich habe Schluckbeschwerden mit stechendem und brennendem Schmerz der Mandeln, der auf der rechten Seite begann und jetzt beidseits vorhanden ist, jedoch rechts immer noch stärker.

Darüber hinaus sind Auslöser und Einflussfaktoren, die sogenannten Modalitäten, in der Homöopathie besonders bedeutsam. Dies können Auslöser aus dem emotionalen Bereich sein, wie z.B. der Verlust von Angehörigen, oder andere einschneidende Lebensereignisse, aber auch Dinge wie Wetterwechsel, bestimmte Tageszeiten, Verschlechterung durch bestimmte Nahrungsmittel, Verbesserung bei Bewegung, eben alles was die Symptomatik möglicherweise ausgelöst hat oder sie positiv oder negativ beeinflussen kann. Dies könnten bei dem oben gewählten Beispiel der Tonsillitis (Mandelentzündung) z.B. Zugluft am Arbeitsplatz oder ähnliches als Auslöser gewesen sein. Hierbei kommt solchen Symptomen oder Modalitäten besondere Bedeutung zu, die ungewöhnlich, auffällig und damit sehr individuell sind (z.B. Fieber und Schwitzen ohne Durst).

Homöopathie ist eine ganzheitliche Therapie

Bei diesem Verfahren wird immer auch der geistig-seelische Anteil des Menschen berücksichtigt in dem Sinne, dass bei identischer körperlicher Symptomatik zwei Patienten, von denen der eine innerlich gelassen und durch nichts aus der Ruhe zu bringen ist und ein anderer, der innerlich unruhig und getrieben ist und vielleicht starken Bewegungsdrang hat, in der Homöopathie zwei verschiedene Medikamente bekommen. Deshalb wundern Sie sich bitte nicht, wenn auch Fragen nach seelischen Eigenschaften (Stärken wie Schwächen) in dem Anamnesefragebogen erscheinen. Das ist notwendig, um aus den über 2000 homöopathischen Arzneimitteln das richtige zu ermitteln und somit eine ganzheitliche Wirkung zu ermöglichen.

Die Meinung, dass eine homöopathische Behandlung immer lange dauern müsse, entspricht nicht den Tatsachen.
Findet man auf Anhieb das richtige und passende homöopathische Arzneimittel, dann beträgt die durchschnittliche Zeit für den Heilungsprozesses erfahrungsgemäss ca. 1/10 der Krankheitsdauer.

Bei erst kurz bestehenden akuten Erkrankungen ist so oft eine sehr schnelle Hilfe möglich. Bei chronischen Erkrankungen, die schon längere Zeit bestehen, ist dementsprechend ein etwas längerer Heilungsverlauf einzuplanen.

Bei chronischen Erkrankungen wird nach erfolgter Erstanamnese und Mittelgabe der Verlauf durch eine Zweitanamnese frühestens nach ca. zwei Monaten beurteilt, es sei denn, dass in den Tagen nach der ersten Einnahme des homöopathischen Mittels eine deutliche sogennante „Erstreaktion" aufgetreten ist. Diese besteht in der Regel in einer kurzen, vorübergehenden Verschlechterung der bekannten Symptome mit nachfolgender, deutlicher und anhaltender Besserung. Bei der Wahl der richtigen homöopathischen Potenzierung ist eine Erstreaktion im Sinne der kurzzeitigen Verstärkung der Symptomatik nicht zu erwarten. Es ist dann ebenso gut möglich, dass nur eine Reaktion im Sinne einer deutlichen Besserung auftritt.